Extrem seltene Obsthummel im Mostviertel wiederentdeckt

In diesen Tagen fliegen tausende Hummeln auf den artenreichen blühenden „Luft“-Wiesen in den Randalpen zwischen Mank und Kirchberg an der Pielach. Lanius-Mitglied Wolfgang Schweighofer gelang es, unter diesen Massen zwei Arbeiterinnen der Obsthummel (Bombus pomorum) zu entdecken. Diese Art ist eine der seltensten Hummeln Europas und ihre Bestände stark rückläufig. Regelmäßige Beobachtungen gelangen in Österreich in den letzten Jahren nur mehr an der Langen Lacke im zentralen burgenländischen Seewinkel.

Bombus pomorum Foto: W. Schweighofer

Bombus pomorum
Foto: W. Schweighofer

Die Obsthummel unterscheidet sich von anderen ähnlichen schwarz-orangen Arten am deutlichsten dadurch, dass bei ihr das Orange am Hinterleib bereits ab dem 2. Tergit beginnt, bei der häufigen Steinhummel hingegen erst ab dem 4. Tergit.

Das neuentdeckte Vorkommen in den Randalpen dürfte den ersten Nachweis seit den publizierten Funden von Franz Ressl vor über 40 Jahren im Bezirk Scheibbs darstellen! Die Obsthummel benötigt – wie viele andere seltene und gefährdete Hummelarten – blütenreiche Wiesen, in denen insbesondere dichte Bestände des Rotklees gedeihen. An dieser Pflanze sucht sie bevorzugt nach Nektar und Pollen.

Bombus pomorumFoto: W. Schweighofer

Bombus pomorum
Foto: W. Schweighofer

Leider geht extensiv bewirtschaftetes Grünland weiterhin rapide zurück und wird durch stark gedüngte, mehrschürige Grasäcker ersetzt, in denen Hummeln und andere Wildbienen vergeblich nach Nahrung suchen. Auch die verbliebenen Hummelwiesen in den Voralpen sind keineswegs dauerhaft gesichert. In den Niederungen dagegen sind die Lebensräume für die genannten Hautflügler durch die Anlage riesiger Agrarsteppen überhaupt großflächig verloren gegangen. Hier gibt es praktisch gar kein blütenreiches Grünland mehr. Wenige anspruchslose Arten können sich noch in Hausgärten im Siedlungsbereich halten.

Landesrat Pernkopf und seine Internetplattform www.wir-fuer-bienen.at freilich sehen das anders. Hier sind die Bienen „bei den Bäuerinnen und Bauern in guten Händen“. Wer´s glaubt…

Der Rotmilan brütet im Mostviertel!

Nachdem der Rotmilan von Westen her in den letzten Jahren rasant das Nachbarbundesland Oberösterreich besiedelt hat, ist dem LANIUS-Vorstandsmitglied und Vogelkundler Thomas Hochebner kürzlich der erste Horstfund des Rotmilanes im Mostviertel geglückt.

Rotmilan, Traisental, 26.04.2020, Foto: T. Hochebner

Rotmilan, Traisental, 26.04.2020, Foto: T. Hochebner

Am 8. Mai fand er im Traisental den gut gedeckten Horst in einer Tanne, indem bereits mindestens 2 Jungvögel geschlüpft waren. Um die Vögel nicht zu stören, wurde nur aus großer Distanz mit dem Spektiv beobachtet. Nach einer Auskunft des betroffenen Grundeigentümers (Landwirt und Jäger) halten sich die Vögel bereits seit 3-4 Jahren zur Brutzeit hier auf.

Auch in anderen Gebieten des Mostviertels – von St. Valentin bis St. Pölten – mehren sich heuer bereits die Brutzeitbeobachtungen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es auch an anderen Orten im südwestlichen Niederösterreich bereits brütende Rotmilane gibt. Der Rotmilan gehört zu unseren elegantesten Greifvögeln, übertrifft in seiner Spannweite den Mäusebussard deutlich und ist an seinem tief gegabelten Stoß und der rötlichen Färbung recht einfach zu bestimmen. Im Handflügel fallen unterseits zwei große weiße Flecken auf.

Wir ersuchen daher, Meldungen unbedingt zu erfassen und auf der Meldeplattform www.ornitho.at einzugeben. Meldungen können auch per E-Mail an t.hochebner@aon.at erfolgen. Rotmilane sind oft gar nicht so auffällig, wie man vielleicht denkt, verhalten sich aber in der Horstumgebung recht aggressiv gegenüber Bussarden und Krähen. Sie bevorzugen offene bis halboffene Landschaften, die meisten Beobachtungen konzentrieren sich auf Höhenlagen unter 400 m.

👉 Link zum Birdlife-Projektsbericht Rotmilan in OÖ. von H. Uhl & H. Pfleger

Biotopeinsatz am Kreuzberg in Krems

Der Naturschutzverein Lanius und der Alpenverein Krems haben am 6. Februar einen gemeinsamen Arbeitseinsatz am Naturdenkmal Kreuzberg organisiert. 10 Freiwillige sind gekommen und haben engagiert angepackt. Der Trockenrasen östlich des Kreuzes wurde entbuscht, gemäht und gerecht. Spezielle Trockenrasenpflanzen und Blumen können sich jetzt wieder besser entfalten. Auch das Platzerl beim Kreuz haben die fleißigen Helfer entbuscht. Nicht heimische Baumarten sogenannte Neophyten wie Götterbaum und Robinie wurden entfernt. Die alten Mandelbäume haben die Helfer freigestellt. Auch eine seltene Steinweichsel wurde entdeckt und von anderen Gebüschen befreit. Wir danken dem Wirtschaftshof der Stadt Krems, der den Abtransport des Buschwerks übernimmt.


(Fotos Heinz Lunzer und Hannes Seehofer)

16.01.2020 – Vortrag Naturschätze des südwestlichen Waldviertels

Vor ca. 80 Personen präsentierten Wolfgang Schweighofer, Reinhard Kraus und Erhard Kraus in Laimbach die Naturschätze des südwestlichen Waldviertels.

Weiters wurde über die Möglichkeiten des ÖPUL und die allgemeine Lage und die Arbeitsweise der FG LANIUS informiert. Nach dem Vortrag wurde noch über eine Stunde angeregt diskutiert. Auch einige sehr sachkundige Expert*innen aus der Region, die teilweise schon LANIUS-Mitglieder sind, waren anwesend. Schüler*innen der ÖKO-HLAG Yspertal berichteten von ihrem Edelkrebs-Forschungsprojekt. Die rege Teilnahme an der Veranstaltung und die diskutierten Themen zeigen, dass in breiten Kreisen der Bevölkerung ein Bewußtsein für Naturschutzthemen, das weit über das Klimathema hinaus geht, vorhanden ist. 

200116 Vortrag Waldviertel

Bericht NÖN

NÖN Artikel 06/2020

Erhard Kraus meint dazu "dass die Landwirtschaft als der einzig flächenintensive und daher wesentliche Bedrohungsfaktor von der Redaktion scheinbar gezielt verschwiegen wurde. Auch diese Art von Berichterstattung spricht Bände über den bedenklichen Zustand unserer Gesellschaft hinsichtlich einer bewusst gelenkten Berichterstattung".

20.12.2019 – Pflegeeinsatz Zehentegg

Bei sonnigem Wetter fand  Ende  Dezember der  Entbuschungseinsatz in Zehentegg am Jauerling statt. Unter der Anleitung von Reinhard Kraus starteten vormittags sechs, ab Mittag dann acht HelferInnen mit dem Freistellen der Trockenrasen.Einige hundert Rotföhren und Hainbuchen wurden entfernt und in den angrenzenden Wald geschleppt, um so die bedeutende Trockenrasenfläche zu vergrößern  und aufzuwerten. Einzelne, größere Fichten und Föhren wurden für den dort vorkommenden Baumpieper belassen.

Klimahauptstadt 2024

Die Region St. Pölten soll in  den kommenden Jahren zu einem international angesehenen Hotspot für Nachhaltigkeit, Klima- und Artenschutz entwickelt werden. –> Einreichung

https://www.stadtlandzeitung.com/st-poelten-von-der-vision-zur-klimahauptstadt-2024/

https://www.noen.at/st-poelten/umwelt-statt-kultur-st-poelten-als-hotspot-fuer-den-klimaschutz-st-poelten-redaktionsfeed-klimaschutz-klimahauptstadt-dieter-schmidradler-174844654

https://www.verkehrswende.at/