Kooperation Kleinregion Schallaburg

Kurzbeschreibung:

Die Beginn einer engeren Kooperation mit der MG Loosdorf reicht weit zurück (2007) und hat mit den von der ÖBB übernommenen Absetzbecken Ost und West zu tun, die ornithologisch von gewissem Interesse sind. Obwohl von einzelnen LANIUS-Vorstandsmitgliedern im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit immer wieder maßgebliche Aktivitäten beim Naturschutz an der Pielach gesetzt wurden (und werden), waren es erst die zunehmenden Probleme im Zusammenhang mit dem Eschentriebsterben, die die Gemeinde als Waldbesitzer im Ofenloch zu lösen hat, die zu einer maßgeblichen Erweiterung der institutionalisierten Zusammenarbeit zwischen LANIUS und der Gemeinde geführt haben.

Die beratende Tätigkeit für die Kleinregion Schallaburg und insbesondere für die Marktgemeinde Loosdorf als Waldbesitzer an der Pielach umfasst derzeit neben der Mitwirkung und innovativen Lösung von Problemen der Wegesicherheit (Behandlung von gefährlichen Bäumen), auch alle Fragen des Naturschutzgebiets-Managements (z.B. Beweidung mit Rindern und Pferden, Auwalderhaltung und Neophyten-Bekämpfung) und der Betreuung und Pflege desselben. Ebenso die zielgruppenorientierte Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit durch Vorträge und geführte Wanderungen.

Schutzstatus:

Europaschutzgebiet “NÖ Alpenvorlandflüsse“
Vogelschutzgebiet „Pielachtal“

Wichtige Maßnahmen-Schwerpunkte: 

  • Vogelkundliches und faunistisches (Libellen) Monitoring der Absetzbecken Ost und West
  • Gefahrenbaum-Erhebung Ofenloch

Durchgeführte Teilprojekte:

  • Fortlaufende Mitwirkung im Naturschutzbeirat der Kleinregion Schallaburg
  • Begutachtung und Beratung der Gemeinde hinsichtlich Gefahrenbaumbehandlung im Ofenloch (Arbeitsberichte)
  • Gemeinsame Antragstellung für Waldbehandlungsmaßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit im Ofenloch (? Dokumentation zum Projektantrag, ? Bilddokumentation)

LANIUS-Projektteam:

Erhard Kraus, Hans-Peter Lang

In Zusammenarbeit mit der Schutzgebietsbetreuung Pielach: Reinhard Kraus, Katrin Kraus (gefördert von NÖ Naturschutzabteilung, Energie- und Umweltagentur)

Stand: 21.04.2020

 

Abgeschlossene Kooperation: Blühendes Österreich

Im Mai 2015 gründete die REWE International AG „Blühendes Österreich, REWE International gemeinnützige Privatstiftung“. Blühendes Österreich ist die erste und maßgebliche gemeinnützige Privatstiftung für Schutz und Förderung der Biodiversität in Österreich. Biodiversität ist ein unverzichtbarer Bestandteil für die Lebensqualität in Österreich und ein unersetzbares Allgemeingut, das es zu bewahren gilt. Dazu hat die REWE International AG den Erhalt der Biodiversität als wichtiges Handlungsfeld identifiziert.

Die Stiftung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich. Neben Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer von BirdLife, konnten für den ehrenamtlich wirkenden Stiftungsvorstand noch Dr. Dagmar Schratter, Direktorin Tiergarten Schönbrunn sowie Dr. Klaus Kastenhofer, ehemaliger Geschäftsführer von GLOBAL 2000, gewonnen werden. Die REWE International wird durch Tanja Dietrich-Hübner, Leiterin der Stabstelle Nachhaltigkeit, in der Stiftung vertreten. Seit Oktober 2015 wirkt Ronald Würflinger als Geschäftsführer.

Kernzweck der Stiftung ist die Unterstützung von Eigentümern und Bewirtschaftern von wertvollen und gefährdeten ökologischen Flächen wie Magerwiesen, Trockenrasen, traditionelle Streuobstflächen, Moore und Feuchtlebensräume, Hecken und Raine oder alte Baumbestände. in Österreich. Unterstützt werden Produzenten von REWE aber auch sonstige private Betrieb und Natur-, Tier- und Umweltschutzvereine, die ebenso wertvolle Flächen betreuen und bewirtschaften. Die Stiftung Blühendes Österreich ist mit diesem Ansatz ein erheblicher Motor für den Schutz der Artenvielfalt als auch ein starker und vertrauenswürdiger Förderer und Partner von Natur- und Naturschutzvereinen. Des Weiteren wird die Stiftung Projekte stützen, die einen wertvollen und messbaren Beitrag zum Erhalt der Vielfalt der Arten und der Ökosysteme sowie zu Natur- und Umweltbildung leisten.

Das Flächenmanagement und Prämiensystem beruhen auf einer gemeinsam von BirdLife Österreich und einem vegetationsökologischen Expertenteam erarbeiteten fünfstufigen Biotopskala. Zentrales Bewertungskriterium ist allein die ökologische Wertigkeit der Fläche. Daraus wird die Höhe der Prämie pro Hektar ermittelt.

Das Stiftungsbudget in Höhe von ca. EUR 1 Mio. pro Jahr wird durch den Erlös aus den REWE-Marken „Da komm’ ich her!“ bei Billa, Merkur, ADEG und AGM, „bi good“ bei BIPA sowie „Ich bin Österreich“, bei Penny, finanziert – 1 Cent pro Verkaufseinheit. Damit ist Biodiversität erstmals Teil eines Produkts: Der Kunde unterstützt mit seinem Kauf unmittelbar Maßnahmen die zweckgewidmet zur Sicherung der Artenvielfalt und dem Erhalt ökologisch wertvoller Flächen eingesetzt werden. In den nächsten zehn Jahren sollen mindestens 1.000 Hektar von wertvollen Flächen abgesichert werden. Zusätzlich arbeitet die Stiftung an einem Schmetterlingsschwerpunkt. Seit Anfang Juni ist die App „Schmetterlinge Österreichs“ kostenlos in den Apple- und Android-Stores erhältlich. Die App wurde gemeinsam mit Thomas Holzer und Helmut Höttinger entwickelt.

Mit Stand Mai 2016 unterstützt die Stiftung Blühendes Österreich 99 Betriebe mit einer Fläche von 233 Hektar. Die Betriebe und Flächen verteilen sich zurzeit auf das Burgenland, Kärnten, Oberösterreich, Steiermark und Niederösterreich. Für 2016 sollen ca. weitere 80 Hektar an Flächen hinzukommen. Mit 2016 wird auch die Forschungsgemeinschaft LANIUS finanziell bei der Erhaltung wertvoller Trockenrasenhabitate in der Wachau unterstützt.

Text: Ronald Würflinger (LANIUS-Information 24/1-2, Juni 2015)

Kooperation Fa. Lasselsberger

Projekt Kooperation Lasselsberger Kiesteiche (Wörth/Pöchlarn)

Kurzbeschreibung:

Aufgrund guter persönlicher Kontakte von Wolfgang Schweighofer zur Familie Lasselsberger entstand in weiterer Folge beiderseits der Wunsch eine intensivere und institutionalisierte Zusammenarbeit in Naturschutzangelegenheiten zu starten. Ziel ist es, die Fach-Expertise von LANIUS Herrn Anton Lasselsberger bei der weiteren Entwicklung der Teich- und Waldlandschaft zur Verfügung zu stellen, um die Naturschutzbedeutung dieser Sekundärhabitate weiter zu steigern. Vermutlich handelt es sich derzeit schon um das ökologisch wichtigste Stillwasser-Habitat im Bezirk Melk. Die von Wolfgang Schweighofer geführte Vogelliste umfasst bisher bereits 157 nachgewiesene Arten.

Schutzstatus:

Das neu geschaffenen Kiesteiche liegen unmittelbar angrenzend an das Europaschutzgebiet „NÖ Alpenvorlandflüsse“; Teile der älteren Auwaldflächen im Westen samt Dotationsgerinne liegen sogar innerhalb.

Herr Lasselsberger betreibt aus privatem Interesse Biotopschutz, ist Fischereiberechtigter (es darf aber niemand fischen) und betreibt eine Eigenjagd (lediglich auf Rehe, Hasen, Füchse).

Wichtige Maßnahmen-Schwerpunkte: 

Beratung hinsichtlich Rekultivierung der Kiesteiche

  • Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensraumstruktur der Teichlandschaftung (schwimmende Inseln, Steilufer, Flachufer, Schilfröhrichte, Schlammbänke)
  • Vorschläge zur Verbesserung der strukturellen Ausstattung des Dotationsgerinnes

Waldbauliche Beratung bezüglich Neu- und Ersatzaufforstungsflächen

  • Beratung und Auszeige von Durchforstungsbeständen und Erstellung von Bepflanzungsvorschlägen
  • Erfassung von erhaltenswerten Altbaumbeständen und Einzelbäumen mit Habitatbaum-Potenzial (z.B. Horst- und Höhlenbäume)

Grünland

  • Beratung bei der Anlage eine Salbei-Glatthafer-Wiese auf Humusdeponieflächen (Saatgut Karin Böhmer)
  • Auspflanzung einer Hecke als Sichtschutz

Monitoring

  • Faunistische Erhebungen mit Schwerpunkt Vögel, Amphibien, Reptilien, Schmetterlinge, Libellen
  • Erstellung und Fortschreibung einer Artenliste

Fotografische Dokumentation

  • Fortlaufende, möglichst vollständige Bilddokumentation der Naturschätze des Betriebsgebiets
  • Erstellung eines Fotobuches

Durchgeführte Teilprojekte:

  • Erstellung eines --> Maßnahmenkonzeptes
  • Errichtung von 4 schwimmenden Inseln (Ankauf beim Ökokreis)
  • Gehölzreduktion zur Verbesserung der Röhrichtzone am großen Teich
  • Seeadler-Winterfütterung
  • Anlage eines Wintervogel-Futterplatzes und verschiedener Hides
  • Fotodokumentation (fortlaufend)
  • Hecken-Auspflanzung
  • Aufforstungskonzept
  • Schaffung von unterschiedlich großen Steilwänden beim Schlammteich (für Eisvogel) und am großen Teich (für Bienenfresser und Uferschwalbe)
  • Beratung hinsichtlich Störungsreduktion des Gebietes

LANIUS-Projektteam:

Erhard Kraus, Wolfgang Schweighofer, Gerhard Rotheneder, Hans-Peter Lang

Stand: 15.04.2020