Ackersutte Rapoltendorf

Im Sommer 2009 hat sich durch die starken Niederschläge ein mehr als 1 ha großes Flachgewässer auf landwirtschaftlichen Anbauflächen nordwestlich von Rapoltendorf gebildet, dass sich binnen kurzer Zeit als wichtiges Rastgebiet durchziehender Vogelarten etabliert hat.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Anzahl von alleine 17 Arten der bei uns selten zu beobachtenden Limikolen (Schnepfenartigen), die vornehmlichen in nördlichen Gebieten der Taiga und Tundra brüten, eine absolute Besonderheit darstellt.
Auch die Anzahl von 6 verschiedenen Entenarten ist für unser Gebiet äußerst bemerkenswert.
Derartige Ansammlungen von mehreren hundert Wasservögeln gleichzeitig an einem Ort sind sonst nur von traditionellen Rastgebieten, wie beispielsweise dem burgenländischen Seewinkel, bekannt.

Nachstehende Auflistung soll einen knappen Überblick über die festgestellten Arten bieten. (Der Bericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es wurden Beobachtungsdaten von T. Hochebner, G. Rotheneder, H. Schlögl und W. Schweighofer berücksichtigt.)

 

Silberreiher: 2 Expl. am 19.08.2009.
Graureiher: Mehrfach wenige Exemplare, z.B. 1 am 24.8.2009
Weißstorch: Ein größerer Durchzugstrupp wurde von H. Schlögl beobachtet.

 
Schnatterente: 2 Expl. (G. Rotheneder)
Krickente: Bis zu etwa 20 Expl. waren regelmäßig und über längere Zeit anwesend. (zB. am 17.8.2009)
Stockente: Bis zu mehreren Hundert Stockenten flogen meist abends am Gewässer ein.
Spießente: Erstmals am 23.8. wurden 2 Spießenten entdeckt, die mind. eine Woche lang anwesend waren.
Knäkente: Nach Stock- und Krickente die dritthäufigste Entenart. Bis zu etwa 15 Expl. anwesend (zB. am 17.8.2009).
Löffelente: 1 Expl. durch H. Schlögl beob.

 
Rohrweihe: 23.8.2009 eine Rohrweihe im Jugendkleid auf dem Durchzug.
Wiesenweihe: Ebenfalls am 23.8.2009 ein Vogel im Jugendkleid durchziehend.
Sperber: Am 27.8. 1 Sperber jagt am Teich Limikolen im niedrigen Suchflug über dem Schilf.
Turmfalke: Mehrfach beobachtet, am 17.8. gemeinsam mit einem Baumfalken.
Baumfalke: 17.8.2009 1 Expl. jagend

Fasan

Wasserralle: 17.8.2009 1 Expl.
Flussregenpfeifer: Über längere Zeit waren 2 Expl. anwesend
Sandregenpfeifer: Ein seltener Durchzügler aus Nordeuropa, 2 Expl. beobachtet am 24.8.2009beobachtet am 24.8.2009
Kiebitz: Nur einmal durch H. Schlögl beobachtet.

Temminckstrandläufer: Dieser kleine Strandläufer rastete mehrfach im Gebiet, zB. 2 um den 12.8., 1 am 23.8., 3 am 24.8.2009.
Sichelstrandläufer: 2 Expl. durch H. Schlögl Mitte August beob.
Alpenstrandläufer: 1 juveniles Individuum um den 24.8. mehrere Tage lang anwesend
Kampfläufer: Regelmäßiger Gast im Gebiet. Als Maximalbestand waren am 24.8. 8-10 Expl. anwesend.
Bekassine: Dieser Schnepfenvogel bildete mehrere Wochen lang bedeutende Rastbestände, die sich bevorzugt in den gut gedeckten Hühnerhirse-Beständen aufhielten. Maximalbestand ca. 40 Expl. am 17.8.2009. Beim Austrocknen der Lacke wurden zuletzt 3 Exemplare am 7.9.2009 festgestellt.
Uferschnepfe: Mitte August durch mehrere Tage hindurch 1-2 Expl. anwesend (zB. 1 juv. am 17.8.).
Großer Brachvogel: Zumindest von 22.8. – 25.8. waren 2 Expl. im Gebiet anwesend
Dunkler Wasserläufer: Der Dunkle Wasserläufer gehörte zu den regelmäßig vertretenen Watvogelarten in Rapoltendorf. Bis zu 7 Expl. hielten sich gleichzeitig an der Lacke auf.
Rotschenkel: Mitte August wurde ein Expl. durch H. Schlögl beobachtet.
Grünschenkel: Grünschenkel rasteten ebenfalls regelmäßig hier. Maximalbestand: 4-5 Expl.
Waldwasserläufer: Maximalbestand: 4 Expl.
Bruchwasserläufer: Der Bruchwasserläufer stellte die größte Anzahl an rastenden Limikolen. Über Wochen hindurch waren Dutzende Tiere an der Ackersutte anwesend. Bereits am 17.8. waren 40 – 50 Explare anwesend, der Bestand nahm im Laufe des August dann noch auf bis zu ca. 60 Tiere zu, am 27.8. waren noch etwa 30 Expl. anwesend, mit fortschreitender Austrocknung des Gewässers zu Monatsende brachen die Bestände abrupt ein.
Flussuferläufer: Diese Art, die auch als seltener Brutvogel an unseren Voralpenflüssen auftritt, trat nur in wenigen Exemplaren auf. Maximalbestand: 3-5 Expl.
Odinshühnchen: Als große Seltenheit ist das Auftreten des Odinshühnchens zu bezeichnen. Dieser Brutvogel der arktischen Tundra rastete Mitte August in einem Exemplar etwa eine Woche lang auf der Ackerlacke in Rapoltendorf.

 Rauchschwalbe: Der außergewöhnlich hohe Insektenreichtum an der Lacke zog auch viele Schwalben an, die über dem Teich jagten, die Rauchschwalbe stellte dabei das größte Kontingent.
Uferschwalbe: Am 24.8. jagten mehrere Uferschwalben über dem Gewässer.
Mehlschwalbe

 Schafstelze: Als Durchzügler traten wiederholt Schafstelzen am Gewässer auf. Am 24.8. konnten diese auch fotografisch dokumentiert werden.
Bachstelze: Zahlreiche Bachstelzen suchten am Ufer der Lacke nach Nahrung. Oft waren 20-30 Expl. anwesend.
Blaukehlchen: Mehrere Tage hindurch war auch ein männliches Blaukehlchen zu beobachten, das das Nahrungsangebot am Teich nutzte (zumind. 19.8. – 23.8.2009).
Schwarzkehlchen: Zumind. 2 Expl. hielten sich im überfluteten Gerstefeld auf.
Schilfrohrsänger: 1 Ind. hielt sich mehrere Tage in der Ufervegetation auf.

 
Star: Wiederholt suchten auch Stare die Uferlinie nach Nahrung ab.

 

Neben der spektakulären Vogelwelt fanden sich auch zahlreiche Libellenarten am Gewässer ein.

Häufig waren die Große und Kleine Königslibelle zu beobachten. Wobei letztere zu den gefährdeten Arten zählt. Weitere festgestellte Arten waren die Große Pechlibelle, die Gemeine und die Frühe Heidelibelle.

Zusammenstellung:
Thomas Hochebner

Alle Fotos: T. Hochebner, G. Rotheneder.

Ackersutte_Rapoltendorf
Ackersutte Rapoltendorf

Rap_Graureiher
Graureiher

Rap_Grosser_Brachvogel
Großer Brachvogel

Rap_Kampflaeufer
Kampfläufer

Rap_Knaeckente
Knäkente

Rap_Krickente
Krickente

Rap_Bruchwasserlaeufer
Bruchwasserläufer

Rap_Osinshuehnchen
Odinshühnchen

Rap_Schafstelze
Schafstelze

Rap_Waldwasserlaefer
Waldwasserläufer

Pap_Kleine_Koenigslibelle
Kleine Königslibelle